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13.03.2019, 10:00 Uhr
Interview mit Uwe Koch zum anonymen Brief aus der Stadtverwaltung Fürstenwalde

In einem anonymen Brief klagen Mitarbeiter der Stadt Fürstenwalde, dass Bürgermeister Matthias Rudolph jeden von ihnen sein Misstrauen spüren lasse, es so nicht weitergehen dürfe. Über die Situation und wie sie verbessert werden kann, sprach  Uwe Koch, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, mit Manja Wilde.

 

Herr Koch, das Schreiben liest sich wie ein Hilferuf. In der Stadtverordnetenversammlung, wo es nicht öffentlich behandelt werden sollte, kam es aus Zeitmangel nicht dazu. Der Bürgermeister will sich auf Nachfrage nicht öffentlich äußern. Wie geht es weiter?

Ich nehme das Schreiben sehr ernst, schon darum, weil es so etwas noch nie gegeben hat. Bisher ging ich davon aus, dass sich der Bürgermeister äußern wird. Richtig wäre, mit den Fraktionsvorsitzenden zu sprechen. Interessant ist, ob es aufgrund der Situation Auffälligkeiten beim Krankenstand gibt.  Diese Zuarbeit wird sicherlich von der Stadtverordnetenversammlung eingefordert.

 

Gerüchte, dass die Stimmung in der Verwaltung nicht ganz so gut sein soll, gibt es seit einiger Zeit. Die Linke hat in ihrem politischen Aschermittwoch das Stühlerücken öffentlich thematisiert. Hat sie der Brief überhaupt überrascht?

Ja, in der Deutlichkeit schon. Gerüchte sind meist subjektiv. Der neue Bürgermister hat ein anderes Leitungsverständnis, was okay ist, da darf man Gerüchte nicht überbewerten. Der Brief hat eine andere Qualität.

 

Andererseits ist es vielleicht verständlich, dass ein Bürgermeister, der die Belegschaft seines politischen Widersachers übernimmt, Misstrauen hegt.

Misstrauen seitens des Bürgermeisters halte ich nicht für normal, denn in der Verwaltung sitzen die Fachleute. Die Analyse, die er zur Verbesserung der Arbeitsabläufe plant, ist legitim. Aber sie mit Unterstellungen und Misstrauen gegen die Mitarbeiter zu verbinden, ist nicht okay. Und darauf nimmt der anonyme Brief Bezug. Wir müssen uns Gedanken machen, ob unsere Verwaltung mittelfristig überhaupt noch arbeitsfähig ist.

 

Während sich der Bürgermeister offiziell nicht öffentlich zum Brief äußern will, schreibt er auf Facebook von „gefälschten Briefen“ und „Fake“. Eine Begründung für die Behauptung nennt er nicht. Gibt es dafür Anhaltspunkte?

Nein. Es handelt sich um ein Schreiben aus der Verwaltung. Auf dem Projektauftrag, der angehängt ist, steht die Unterschrift des Bürgermeisters. Warum sollte ich also das Deckblatt anzweifeln? Das macht keinen Sinn. Außerhalb der Verwaltung wird das Schreiben niemand gehabt haben.

 

Wann ist Ihnen der Brief zugegangen?

Er lag Montag oder Dienstag vergangener Woche in einem unfrankierten, weißen Umschlag in meinem Briefkasten. Ich bin davon ausgegangen, dass ihn jeder Stadtverordnete bekommen hat. Am Donnerstagvormittag, stellte sich heraus, dass das nicht der Fall war. Daraufhin habe ich im Rathaus, im Büro der Stadtverordneten, veranlasst, dass er an alle, einschließlich Bürgermeister, versandt wird.

 

Für den Projektauftrag, in dessen Rahmen die Arbeitsvorgänge der Stadtverwaltung erfasst und Schnittstellen benannt werden sollen, sind Kosten von 130 000 Euro angegeben. War ihnen das bekannt?

Das hört sich erst mal viel an. Da von dem Geld aber nichts nach außen geht, muss der Hauptausschuss nicht darüber entscheiden. Würde es dafür einen Beratervertrag geben, müsste der Ausschuss ab einer Höhe von 75 000 Euro gefragt werden.
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